06/09/2026 0 Kommentare
Türen auf für Demokratie
Türen auf für Demokratie
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Türen auf für Demokratie
„Wehrhafte Demokratie bedeutet nicht, Menschen aufzugeben“
von Bischof Christian Stäblein
Wir leben in Zeiten, in denen die Demokratie verteidigt und geschützt werden muss. Laut und groß sind wieder die, die meinen, es gäbe einfachere Wege, einen angeblichen „Willen des Volkes“ festzustellen. Zorn statt Auseinandersetzung. Abwertung von Minderheiten. Festlegungen darüber, wer dazugehört und wer nicht – das sind alte Ideologien in neuen Gewändern.
Demokratie ist keine Zumutung – sie ist unsere Stärke
Vor allem die AfD schürt solche Vorstellungen und lebt von ihnen. Sie will offenkundig die freiheitliche Demokratie aushöhlen und autoritären Mechanismen den Weg bereiten. Ihr ist die Demokratie zu umständlich, zu aufmerksam für die vielen und die Vielfalt. Doch genau das ist ihre Stärke. Demokratie mutet uns zu, miteinander auszuhandeln, was gilt. Sie begrenzt Macht. Sie schützt die, die gerade nicht die Mehrheit sind. Sie hält aus, dass Menschen verschieden sind.
Demokratie hat manches gemeinsam mit dem, was uns auch im Glauben wichtig ist: Es kommt auf jeden und jede an. Alle haben die gleiche Würde. Alles lebt von Beteiligung und von der Achtung für den und die andere. Gesetze. Geldverteilung. Repräsentanz, darin bilden sich Gerechtigkeit und Gemeinschaft ab. Jetzt gilt es, diese Freiheit zu verteidigen und die Demokratie gegen ihre Feinde, eine Gesellschaft zu bewahren, in der Marginalisierte nicht einfach weggedrückt werden.
Wehrhaft sein, ohne Menschen aufzugeben
Wehrhafte Demokratie bedeutet aber nicht, Menschen aufzugeben. Sie bedeutet, Brücken zu suchen, Probleme im Blick zu halten, Frustrationen ernst zu nehmen, Identitäten mit ihren Geschichten und Brüchen wahrzunehmen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Denn gerade darin ist Demokratie stark: Du zählst. Deine Stimme zählt. Alle sind gleich an Würde. Niemand ist nur das, was er oder sie heute sagt oder tut. Grenzen setzen darf nicht ausgrenzen oder abwerten heißen. Menschen können sich ändern, und auch ihre Position und Haltung. Umkehr ist möglich. Niemand ist verloren und niemand soll verloren gehen.
Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Wo diese Würde in Gefahr ist, stehen wir als Kirche dafür ein.
Bischof Dr. Christian Stäblein
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